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Weiße Welt

Als ich heute morgen aufwachte, war es soweit. Der erste Schnee in diesem Jahr.Es hatte sich bereits eine geschlossene Schneedecke gebildet und in dicken Haufen fielen beständig weitere Flocken.

Genau wie die Temperaturen sank mein Gemütszustand rapide unter Null. Ich mochte Schnee noch nie wirklich gerne. Vielleicht weil Schnee in meiner Heimat ein eher seltenes und meist matschiges Ereignis war.

Schnee bringt in meinen Augen nur Probleme mit sich. Glatte Straßen, nasse Füße, inkompetente Autofahrer und schließlich dunkelgraue, unansehnliche Brocken an den Straßenrändern.

Aber seit diesem Jahr ist eine weitere Komponente hinzugetreten. Schnee erinnert mich an dich. An eine kurze Zeitspanne, in der ich ihn nicht überflüssig und unansehnlich fand. 

An Winter in denen ich dick eingemummelt und fest an dich gekuschelt entschlossen durch den tiefen Schnee gestapft bin. Eines unserer ersten Dates. Wir sind durch dichtes Schneetreiben spaziert und mir war so schrecklich kalt. Wie immer habe ich diesen verdammten Schnee verflucht, aber innerlich habe ich gebrannt.

Wir haben uns an den Händen gehalten, mit Schnee nacheinander geworfen und als wir schließlich ganz steif gefroren waren, haben wir uns auf den Heimweg gemacht. Uns die Kleider von unseren Körpern gerissen und uns unter die dampfend heiße Dusche gestellt.

Wenn ich jetzt Schneeflocken sehe, dann denke ich daran, dass der einzige Mensch mit dem ich Schnee genießen konnte, nicht mehr Teil meines Lebens ist. 

Du bist fort. Es gibt nicht den winzigsten Grund dieses weiße Zeug zu mögen. Es gibt nur einen Grund mehr es zu verfluchen, abzulehnen und zu hassen.

Ich hasse Schnee. Heute noch mehr. Weil er mich an dich erinnert.

18.1.15 11:38


Meine Superheldin

Du sitzt in deinem alten Lehnstuhl und bei deinem Anblick verkrampft sich mein Herz. Jedes Mal, wenn ich dich sehe, scheint es, als seiest du im Zeitraffer gealtert. Aus zärtlichen Lachfalten sind tiefe Furchen des Schmerzes geworden. Deine Augen haben ihren Glanz verloren und blicken mich müde an. Schwerfällig erhebst du dich aus deinem Stuhl und es dauert eine kleine Ewigkeit bis dein früher so praller und heute so ausgezehrter Körper mich in seine Arme schließt. Ich versuche die Bilder und meine Erinnerungen in Einklang zu bringen, doch ich scheitere daran. Egal wie sehr ich mich bemühe, sie passen nicht zusammen. Dein langes Haar hat man dir abgeschnitten, wild stehen die grauen Strähnen von deinem Kopf ab. Deine zarten Hände sind alt und knöchern und zu schwach um irgendetwas festzuhalten. Es kostet dich Mühe auf deinen Beinen zu stehen, du schwankst bedrohlich in meinem Arm und ich halte dich so fest ich kann. Ich will dich niemals loslassen.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, du hast mir so viel Stärke gegeben, du warst meine Heldin, mein Idol, in meinen kleinen Kinderaugen warst du ein unerschütterlicher Superheld, der alles kann. Du hast mir so viel Liebe und Kraft gegeben. Dich zu sehen, so kraftlos und verloren bringt mich um den Verstand. Ich weiß, dass es dir deutlich schlechter geht als es den Anschein hat. Du versuchst mit den Resten deiner Kräfte dir etwas von der stolzen Frau zu bewahren, die ich so viele Jahre kannte. Aber wir waren immer Seelenfreunde und ich erkenne, wie es dir geht. Deine Fassade ist nutzlos. Dich zu sehen ist noch so viel schlimmer als es wöchentlich zu hören, es zerreißt mich innerlich. Ich halte dich so fest ich kann für eine Ewigkeit, ich folge dir jeden Tag auf dem Fuße, ich suche deine Nähe, ich lasse dich nicht allein. Wenigstens diese paar Tage will ich dir so nah sein wie früher.

Du hast mich stark gemacht und ich gebe dir alle Stärke, die du mir gegeben hast. Ich versuche den Glanz zurück in deine Augen zu bringen und wenn es nur ein paar Sekunden sind. Dich nur ein Mal lächeln zu sehen, sodass ich weiß, dass du die Schmerzen vergisst. Und in diese Umarmung lege ich alle Liebe und gieße sie über dich.

Jetzt nachdem ich wieder gehen musste, nachdem ich 200km Weg zwischen uns geschoben habe, jetzt traue ich mich, meine Stärke fallen zu lassen und zu weinen um den Menschen der du warst und wütend zu sein darauf, dass dich dieses Schicksal trifft. Wütend, dass ich die Zeit nicht anhalten kann, um dich ewig festzuhalten, um dich ewig bei mir zu haben. Wütend, dass ich dir nicht helfen kann, dass ich nicht einen Teil deiner Bürde nehmen kann.

Vertrau auf mich. Ich werde zurückkommen. Ich sammle neue Kraft, die reicht um uns beide zu halten. Weil ich dich mehr Liebe als alles andere auf dieser Welt.

31.12.14 11:49


2014

2014 hinterlässt eine stille Wohnung, gefüllt mit klagenden Erinnerungen. Räume aus denen die Liebe entflogen ist, wie ein Vogel durch ein offenes Fenster. Kisten gefüllt mit Gegenständen, die für mich keinen Wert haben und doch zu schmerzvoll sind als sie um mich zu haben. Das Jahr hinterlässt leere Kassen und ein leeres Herz.  Es hat mir kein Glück gebracht. Und wenn Menschen einen guten Rutsch und alles Gute für das nächste Jahr wünschen, dann kann ich nur müde lächeln.

2015 wird nicht besser beginnen, aber es hat dann wenigstens Potential sich zu verbessern. Es wird beginnen mit Sorgen und Existenzängsten und Einsamkeit. Es wird still und leise starten, wenn sich der Minutenzeiger vom Stundenzeiger auf der zwölf löst. Vielleicht werde ich mich ans Fenster stellen und in den bunten Himmel blicken und daran denken, was ich verloren habe. Vielleicht werde ich an dich denken und die Jahre in denen wir gemeinsam staunend in der Menge das Feuerwerk bewundert haben oder daran, wie wir es im ersten Jahr unserer Beziehung in einem Hotelbett verpasst haben. Vielleicht denke ich an die Menschen, die ich in all den vergangenen Jahren verloren habe und an die, um die ich mich gerade so sehr sorge. Vielleicht werde ich auch einfach arbeiten und verpassen, wie ein Jahr in das andere übergeht. Oder ich werde einschlafen bevor es soweit ist. Ich werde das Jahr still begrüßen. Ohne Sekt, ohne Jubelgeschrei und Umarmungen, ohne Feuerwerk. In einer leeren Wohnung, mit einem leeren Herz.

31.12.14 11:31


Gedankenraum

Irgendein Romanheld hat gesagt, er möge den Norden nicht, weil man das Gefühl habe, der Himmel würde einen dort erdrücken. Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf bevor ich ruckartig die Vorhänge vor den Fenstern zuziehe. Heute scheint der Himmel einen eher zu verschlucken, tief und grau hängt er über der Stadt. Aus der dunklen Masse rieseln kleine Tröpfchen, sie schweben, fast wie Schneeflocken, die deutlich besser zur Jahreszeit passen würden.

Die feuchte Luft lässt meine Haare explodieren. Unzählige wilde Locken springen um mein Gesicht. Die Straße vor dem Haus ist verlassen, nur ein Mann hetzt, gebückt unter einem bunten Schirm, die Straße entlang. Der farbige Fleck verschwindet hinter der nächsten Ecke und ich wende meinen Blick ab.

Heute ist ein Tag, an dem man schon mittags die Vorhänge zuzieht, an dem man sich in eine warme Decke hüllt. Sich eine Tasse Tee kocht und die Welt da draußen Welt sein lässt.

Diese Tage sind gefährlich. Gefährlich für mich, weil sie entschleunigen. Sie zeigen mir, wie erschöpft mein Körper ist. Dass ich ihn permanent überfordere, weil ich nicht still sitzen kann. Weil ich Stress brauche, weil ich Rund um die Uhr am Limit laufe.

An solchen Tagen kommt mein Körper zur Ruhe. Diese Tage machen mir Angst, denn sie geben meinen Gedanken Raum, um sich zu entfalten. Wenn das Karussell beginnt sich zu drehen, dann ist es kaum mehr zu stoppen. All der Stress hat nur die Funktion mein Inneres unter Kontrolle zu halten. Dem Kopf keine Chance zu geben sich zu überschlagen. Ruhe bedeutet denken und denken bedeutet Gefahr.

Wenn ich denke, dann beginne ich mich zu reflektieren. Mich zu analysieren. Dann stelle ich mich infrage, dann hinterfrage ich, was ich tue.

Dann erkenne ich, dass die dicken Mauern kein Schutz vor anderen Menschen sind. Die Mauern um mein Innerstes schützen mich vor mir selbst. Sie verhindern, dass ich mir selbst schutzlos gegenüberstehe. 

Doch an Tagen wie diesen brechen die Mauern ein. Mir wird klar, was ich verdrängt habe - so viele Wochen. Was ich versucht habe zu kompensieren, so viele Male.

Mir wird klar, dass du weg bist. Dass du nicht mehr zurückkehren wirst. Dass wir jämmerlich versagt haben. Dass es aus und vorbei ist. Mir wird klar, dass es keinen Weg zurück gibt. Dass du nicht morgen wieder durch die Tür kommst und deine Schuhe mitten im Weg abstellst. Dass die andere Seite des Bettes leer bleiben wird. Ganz egal wie oft ich versuche dich im Schlaf zu finden. Dass ich dich nie wieder sehen werde. Nie wieder spüren, nie wieder dein Lachen hören. Ich werde nie wieder mit dir streiten, mich nie wieder ärgern über das dreckige Geschirr auf dem Wohnzimmertisch.

Mir wird klar, dass es ein Abschied für immer war. Dass ich dich verloren habe. Und dann kommt plötzlich dieser beißende Schmerz. Diese Leere und Einsamkeit und das verdammte Gefühl nicht alles getan zu haben. Nur noch einmal deine Hand halten, deine Stimme hören, deine Lippen schmecken zu wollen. Plötzlich wird der Drang bei dir zu sein so unerträglich.

Plötzlich wird klar. Du fehlst. Wir fehlen. Liebe fehlt.

 

18.12.14 17:56


Der letzte Moment

Das letzte Kapitel hat begonnen. Dein Anruf hat getroffen. Wie ein Speer fiel er mitten hinein in mein Lachen. Wenn ich deinen Namen lese, dann deine Stimme höre, dann zieht es sich in mir zusammen. Für einen kurzen Moment ist es so, als wäre nie etwas passiert.

Es hat etwas ganz Normales dich zu hören, mit dir zu sprechen, so wie wir es hunderte von Stunden getan haben. Doch ich weiß, es wird eins unserer letzten Gespräche und was uns früher verband, ist das was uns heute trennt.

Schon nächsten Monat wirst du deine sieben Sachen packen und meinem Leben für immer den Rücken kehren. 

Es gibt dazu nicht viel zu sagen. Wir beide haben uns nach diesem Moment gesehnt, weil wir die Stille ohne das Uns, was schon lange verschwunden ist, in dem was wir uns geschaffen haben, nicht mehr ertragen.

Aber die Endgültigkei lässt meinen Magen zu Eis gefrieren. Es ist so, wie man es sich vorstellt, wenn man stirbt. So als würde alles noch einmal im Zeitraffer an mir vorbeiziehen. Nur das diesmal eine Liebe stirbt. So laut wie sie in unser Leben geplatzt ist, so leise hat sie sich davon geschlichen.

So unerwartet du in mein Leben getreten bist, so plötzlich fällst du heraus. Wir wissen beide, es wird nichts mehr zu sagen geben. Es wird kein Kaffee trinken, kein Spazierengehen, kein Zuhören und gemeinsames Lachen mehr für uns geben.

In diesen vielen hundert Stunden haben wir so viel gesprochen, das heute nichts mehr zu sagen übrig bleibt. Was bleibt sind Millionen gemeinsamer Momente, Erinnerungen, Fotos. 

Sonst bleibt nichts. Nur du. Und ich.

Und ab nächsten Monat wird es keine Spuren mehr geben davon, dass du und ich irgendwann, vor langer Zeit, ein Wir waren. 

Dann zeigt auch das Klingelschild, was heute mein Leben bestimmt. Es zeigt nur meinen Namen. Es zeigt nur mich. Mich ohne dich

18.12.14 07:06


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