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Andacht Identität

Wer bin ich eigentlich, diese Frage stellte sich Harpe Kerkeling am Anfang seines Weges zu Gott und diese Frage stellte auch Helmut am Anfang dieses Gottesdienstes, als er uns Harpe Kerkelings  vorläufige Antwort vorlas.
Autofahrer, Christ, Schüler. Wer bin eigentlich ich und wer bin ich nicht? Diese Frage hat sich wohl jeder schon gestellt und als ich angefangen hab diese Andacht zu schreiben, da hab ich mich das auch als erstes gefragt.
Wer bin ich? Maike, 18Jahre, jung, Abiturientin, Fan von Rockmusik, Jugendkreismitglied, blond. Alles Dinge, die auf viele Leute zutreffen, nichts außergewöhnliches, nicht besonderes. Gut dachte ich mir, wenn dass nicht eindeutig ist, wer bin ich denn nicht? Auf jedenfall nicht musikalisch, nicht künstlerisch begabt, sicherlich nicht einfach zu verstehen und ganz bestimmt nicht typisch Mädchen. Doch was davon macht mich nun einzigartig? All diese Eigenschaften hat auch irgendwer anders, eine ganze Menge meiner Freunde sogar auch. Wenn man mein Foto verändert hätte, wie das der Prominenten, dann hätte wohl keiner mich erkannt.
Und doch bin ich einzigartig, keiner hat all diese Eigenschaften genauso wie ich sie habe, keiner denkt wie ich, keiner hat den gleichen Fingerabdruck wie ich, keiner lacht wie ich, keiner ist ganz genau so.
Aber wie werde ich eigentlich von den anderen gesehen? Wie von ihnen wahrgenommen? Dazu fallen mir zwei Geschichten ein, die ich kürzlich erlebte.
Zum einen ist da die Geschichte mit der jungen Bankkauffrau. Letztes Jahr im April bin ich endlich 18 geworden und wie das so üblich ist, bekam ich neben einigen Geschenken, auch etwas Geld vom ein oder anderen Familienmitglied, für den Führerschein. Das Geld brachte ich erst mal auf mein Sparbuch und eine sehr junge Bankangestellte nahm es freundlich entgegen, mit den Worten „ Oh hattest du Konfirmation?“ mein verwirrtes „ ähm ja vor drei Jahren“ lies sie ziemlich rot und peinlich berührt aussehen.
Daraufhin musste ich mir die Frage stellen, ob ich wirklich aussehe als wäre ich erst 14 und nicht 18 Jahre alt geworden.
Zum anderen die Geschichte mit dem kleinen Jungen. Etwa zwei Wochen nach der Geschichte mit der Bankangestellten, traf ich auf dem Schulhof einen kleinen jungen, der mich anhielt und sagte „ Sie sind doch hier Lehrerin, können sie mir mal helfen?“ Nach dem ich dem kleinen klar gemacht hatte, dass ich selbst noch zur Schule gehe, zog der kleine von dannen und ich frage mich, sehe ich wirklich schon aus als wäre ich Mitte 30?
Hier wurde mir ganz bewusst, ich wirke auf jeden ganz anders, ganz individuell und wer ich für andere bin, dass hängt vom Betrachter ab.
Während meiner Recherche zum Thema Identität, stieß ich irgendwann auf den Satz „ Gott sieht dich mit den Augen der Liebe an“. Gott sieht mich nicht wie die Bankangestellte, die vielleicht gar nicht genau hingesehen hat, nicht wie der kleine Jungen mit den Augen eines Kindes, sondern mit den Augen der Liebe. Gott sieht dich mit den Augen der Liebe, egal ob du eine große Nase, Haarausfall oder zu kurze Beine hast, ob du aussiehst als wärst du 15 oder 35.
Grade eben haben wir Fotos von jedem Gemeindemitglied, dass heute Abend hier ist gesehen. Junge Gesichter, alte Gesichter, blondes Haar und Glatze, blaue, grüne, braune Augen, Menschen mit und ohne Brille. Kein Gesicht wie das andere, alle ganz verschieden und jeder von uns hat ganz bestimmt an seinem Bild etwas auszusetzen gehabt. Die einen finden ihr Lächeln schief, die anderen denken ihre Haare sitzen nicht.
Doch auf mich als Betrachter hatte jedes Bild auch etwas schönes. Besonders strahlende Augen, aussagekräftige Falten, ein tolles Lächeln. Es ist ein bisschen wie das ansehen durch die Augen der Liebe. Gott sieht uns ganz anders als wir uns selbst vielleicht selbst sehen.
Manchmal da versteckt man sich hinter einer Maske, um unverletzlich zu sein, unerkannt zu bleiben. Hinter der Maske Schutz zu finden, vor all dem was einen berührt und verletzt. Weil man sich wünscht anders zu sein als man ist, weil man vielleicht dazugehören will in irgendeiner Gruppe, oder weil die Gesellschaft es erwartet. In solchen Situationen da wünscht man sich einen Freund, jemanden der einen immer versteht, nicht nur das Äußere sieht, oder das was die Maske uns zeigt. Jemanden der mich versteht, auch wenn ich schweige und der hinter meine Maske blickt. Man sucht jemanden, der einen annimmt so wie man ist. Jemanden der dich beschützt, der einen hält und der mich tröstet. Der all meine Geheimnisse kennt, der mich nicht ausnutzt und in die Pfanne haut, dem ich vertrauen kann und vor dem ich keine Maske brauche. Diesen jemand, den gibt es. Dieser jemand heißt Gott. In Gott findet man diesen Freund, jemanden der einen annimmt wie man ist.
Wir haben in der Lesung den Psalm 139 gehört. Davids Lobgesang an seinen Gott .Einen Gott der ihn erforscht, ihn durch und durch kennt. Jemand der nicht nur das sieht, was wir morgens im Spiegel auffällt, nicht das was meine Klassenkameraden sehn oder die Bankkauffrau.
Gott sieht tief in mich hinein und kennt meine Stärken und Schwächen. Er schafft es hinter die Maske zu sehn und den wahren Menschen zu erkennen, jemanden den man sonst vielleicht gar nicht sieht. Er ist ein bester Freund der immer da ist und einem immer tröstend zur Seite stehen kann. Jemand der viel tiefer Blicken und viel mehr halt geben kann , als ein Mensch den man nich hinter seine Maske blicken lassen will, oder kann. Vielleicht aus Furcht  oder Scham oder aus der Angst heraus enttäuscht zu werden.
David hat es geschafft seine Maske abzulegen vor Gott, Er widmet Gott sogar eine Vielzahl von Lobgesängen und offenbart damit seine Beziehung zu Gott. Beschreibt seine Erkenntnis dieses Gottes als so wunderbar, dass er sie nicht begreifen kann.

Aber wie ist meine Beziehung zu Gott, habe ich meine Maske schon abgenommen, ihn angenommen als einen Freund, oder trage ich meine Maske noch immer und habe nicht den Mut gefunden sie abzunehmen. Oder bin ich nicht davon berührt, will meine Maske nicht abnehmen für den Freund, der geduldig darauf wartet, erkenne ihn nicht, fühle mich nicht angesprochen von ihm. Vielleicht hast du schlechte Erfahrungen gemacht, als du deine Maske einmal abgenommen hast, bist nicht akzeptiert worden, wie du bist, vielleicht nicht integriert worden in eine Gruppe, ausgelacht oder verstoßen worden.

Vielleicht hast du die Erfahrung gemacht, dass es besser ist sich anzupassen, oder nichts an dich heran zulassen, wenn du verletzt wurdest, weil irgendetwas an dir besonders ist, anders ist .
Ich wünsche jedem der heute Abend hier ist, ganz egal, ob er seine Maske abgelegt hat, ob er zu Gott gefunden hat, ob er zufrieden mit sich ist, wie er ist und sein Foto schön fand, oder ob er völlig unzufrieden mit sich ist, dass er es schafft, sich zu akzeptieren wie er ist. Als etwas einzigartiges, etwas von Gott gemachtes, verstandenes, beschütztes.
Jürgen Werth hat einmal ein Lied geschrieben, es trägt den Titel „Du bist Du“ und wird im Lauf des Gottesdienstes vom Jugendkreis vorgesungen werden. Es ist ein Mutmachlied, ein Lied das Selbstbewusstsein schenkt, Mut macht seine Maske abzunehmen, sich zu akzeptieren wie man ist. Es ist so prägnant auf den Punkt gebracht, dass ich mich nicht auf einen Teil des Liedes beschränken wollte in meiner Andacht. Deshalb möchte ich es zum Abschluss vorlesen.
 
 
Du bist du ...

Vergiss es nie:
Dass du lebst, war keine eigene Idee, und dass du atmest, kein Entschluss von dir.
Vergiss es nie:
Dass du lebst, war eines anderen Idee, und dass du atmest, sein Geschenk an dich.
Vergiss es nie:
Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du, und niemand lächelt so, wie du's gerade tust.
Vergiss es nie:
Dein Gesicht hat niemand sonst auf der Welt, und solche Augen hast alleine du.
Vergiss es nie:
Du bist reich, egal, ob mit, ob ohne Geld, denn du kannst leben! Niemand lebt wie du.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur, ganz egal,
ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu.
Du bist du.

Jürgen Werth
 
 
28.1.07 14:08
 
Letzte Einträge: Wert, Muhammad und Juljan - zwei Prototypen


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Anke=) (28.1.07 17:24)
Hast du super gemacht, mein Engel Wird ne tolle Andacht
Freu mich schon drauf!:-*
Ich hab Dich lieb! *knutsch*


Judith (28.1.07 17:46)
Ich bin ganz schön stolz auf dich!

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