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Gedankenraum

Irgendein Romanheld hat gesagt, er möge den Norden nicht, weil man das Gefühl habe, der Himmel würde einen dort erdrücken. Dieser Gedanke schießt mir durch den Kopf bevor ich ruckartig die Vorhänge vor den Fenstern zuziehe. Heute scheint der Himmel einen eher zu verschlucken, tief und grau hängt er über der Stadt. Aus der dunklen Masse rieseln kleine Tröpfchen, sie schweben, fast wie Schneeflocken, die deutlich besser zur Jahreszeit passen würden.

Die feuchte Luft lässt meine Haare explodieren. Unzählige wilde Locken springen um mein Gesicht. Die Straße vor dem Haus ist verlassen, nur ein Mann hetzt, gebückt unter einem bunten Schirm, die Straße entlang. Der farbige Fleck verschwindet hinter der nächsten Ecke und ich wende meinen Blick ab.

Heute ist ein Tag, an dem man schon mittags die Vorhänge zuzieht, an dem man sich in eine warme Decke hüllt. Sich eine Tasse Tee kocht und die Welt da draußen Welt sein lässt.

Diese Tage sind gefährlich. Gefährlich für mich, weil sie entschleunigen. Sie zeigen mir, wie erschöpft mein Körper ist. Dass ich ihn permanent überfordere, weil ich nicht still sitzen kann. Weil ich Stress brauche, weil ich Rund um die Uhr am Limit laufe.

An solchen Tagen kommt mein Körper zur Ruhe. Diese Tage machen mir Angst, denn sie geben meinen Gedanken Raum, um sich zu entfalten. Wenn das Karussell beginnt sich zu drehen, dann ist es kaum mehr zu stoppen. All der Stress hat nur die Funktion mein Inneres unter Kontrolle zu halten. Dem Kopf keine Chance zu geben sich zu überschlagen. Ruhe bedeutet denken und denken bedeutet Gefahr.

Wenn ich denke, dann beginne ich mich zu reflektieren. Mich zu analysieren. Dann stelle ich mich infrage, dann hinterfrage ich, was ich tue.

Dann erkenne ich, dass die dicken Mauern kein Schutz vor anderen Menschen sind. Die Mauern um mein Innerstes schützen mich vor mir selbst. Sie verhindern, dass ich mir selbst schutzlos gegenüberstehe. 

Doch an Tagen wie diesen brechen die Mauern ein. Mir wird klar, was ich verdrängt habe - so viele Wochen. Was ich versucht habe zu kompensieren, so viele Male.

Mir wird klar, dass du weg bist. Dass du nicht mehr zurückkehren wirst. Dass wir jämmerlich versagt haben. Dass es aus und vorbei ist. Mir wird klar, dass es keinen Weg zurück gibt. Dass du nicht morgen wieder durch die Tür kommst und deine Schuhe mitten im Weg abstellst. Dass die andere Seite des Bettes leer bleiben wird. Ganz egal wie oft ich versuche dich im Schlaf zu finden. Dass ich dich nie wieder sehen werde. Nie wieder spüren, nie wieder dein Lachen hören. Ich werde nie wieder mit dir streiten, mich nie wieder ärgern über das dreckige Geschirr auf dem Wohnzimmertisch.

Mir wird klar, dass es ein Abschied für immer war. Dass ich dich verloren habe. Und dann kommt plötzlich dieser beißende Schmerz. Diese Leere und Einsamkeit und das verdammte Gefühl nicht alles getan zu haben. Nur noch einmal deine Hand halten, deine Stimme hören, deine Lippen schmecken zu wollen. Plötzlich wird der Drang bei dir zu sein so unerträglich.

Plötzlich wird klar. Du fehlst. Wir fehlen. Liebe fehlt.

 

18.12.14 17:56
 
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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Manfred / Website (18.12.14 18:57)
Hallo,
die Frage ist doch, ob du "ihn" vermisst, oder dir allgemein das alleine sein bewusst wird.
Nur wer mit sich selber leben kann, sich liebt und weiß, wer er ist, der kann auch andere Lieben und so lassen wie er ist. Wer sich sucht, sollte sich auf den Weg machen.
Und siehe nicht das, was du verloren hast, sondern sehe die Zeit als Abschnitt, der in einen anderen übergeht.
Ich weiß, das sind Sätze, die nicht viel bringen, aber leider wahr sind. Sorry

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