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Meine Superheldin

Du sitzt in deinem alten Lehnstuhl und bei deinem Anblick verkrampft sich mein Herz. Jedes Mal, wenn ich dich sehe, scheint es, als seiest du im Zeitraffer gealtert. Aus zärtlichen Lachfalten sind tiefe Furchen des Schmerzes geworden. Deine Augen haben ihren Glanz verloren und blicken mich müde an. Schwerfällig erhebst du dich aus deinem Stuhl und es dauert eine kleine Ewigkeit bis dein früher so praller und heute so ausgezehrter Körper mich in seine Arme schließt. Ich versuche die Bilder und meine Erinnerungen in Einklang zu bringen, doch ich scheitere daran. Egal wie sehr ich mich bemühe, sie passen nicht zusammen. Dein langes Haar hat man dir abgeschnitten, wild stehen die grauen Strähnen von deinem Kopf ab. Deine zarten Hände sind alt und knöchern und zu schwach um irgendetwas festzuhalten. Es kostet dich Mühe auf deinen Beinen zu stehen, du schwankst bedrohlich in meinem Arm und ich halte dich so fest ich kann. Ich will dich niemals loslassen.

Es ist ein merkwürdiges Gefühl, du hast mir so viel Stärke gegeben, du warst meine Heldin, mein Idol, in meinen kleinen Kinderaugen warst du ein unerschütterlicher Superheld, der alles kann. Du hast mir so viel Liebe und Kraft gegeben. Dich zu sehen, so kraftlos und verloren bringt mich um den Verstand. Ich weiß, dass es dir deutlich schlechter geht als es den Anschein hat. Du versuchst mit den Resten deiner Kräfte dir etwas von der stolzen Frau zu bewahren, die ich so viele Jahre kannte. Aber wir waren immer Seelenfreunde und ich erkenne, wie es dir geht. Deine Fassade ist nutzlos. Dich zu sehen ist noch so viel schlimmer als es wöchentlich zu hören, es zerreißt mich innerlich. Ich halte dich so fest ich kann für eine Ewigkeit, ich folge dir jeden Tag auf dem Fuße, ich suche deine Nähe, ich lasse dich nicht allein. Wenigstens diese paar Tage will ich dir so nah sein wie früher.

Du hast mich stark gemacht und ich gebe dir alle Stärke, die du mir gegeben hast. Ich versuche den Glanz zurück in deine Augen zu bringen und wenn es nur ein paar Sekunden sind. Dich nur ein Mal lächeln zu sehen, sodass ich weiß, dass du die Schmerzen vergisst. Und in diese Umarmung lege ich alle Liebe und gieße sie über dich.

Jetzt nachdem ich wieder gehen musste, nachdem ich 200km Weg zwischen uns geschoben habe, jetzt traue ich mich, meine Stärke fallen zu lassen und zu weinen um den Menschen der du warst und wütend zu sein darauf, dass dich dieses Schicksal trifft. Wütend, dass ich die Zeit nicht anhalten kann, um dich ewig festzuhalten, um dich ewig bei mir zu haben. Wütend, dass ich dir nicht helfen kann, dass ich nicht einen Teil deiner Bürde nehmen kann.

Vertrau auf mich. Ich werde zurückkommen. Ich sammle neue Kraft, die reicht um uns beide zu halten. Weil ich dich mehr Liebe als alles andere auf dieser Welt.

31.12.14 11:49
 
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