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Wert

Sie hatte gewusst, dass der Moment kommend würde. Lange hatten beide versucht das Thema zu vermeiden, aber es war zunehmend schwieriger geworden. Jetzt also war es soweit, dachte sie. Ihr fehlten die passenden Worte und so sprach sie schlicht aus, was ihr durch den Kopf ging: „Die Frage ist, ob es uns das wert ist.“

Beiden war von Anfang an klar gewesen, dass es nicht einfach werden würde, Fernbeziehungen waren nie einfach und die Rahmenbedingungen taten ihr übriges. Realistisch betrachtet blieb ihnen maximal jedes zweite Wochenende und sie beide würden selbst dann arbeiten müssen. Sie wartete schweigend auf seine Antwort, doch er ließ sich Zeit, schließlich fiel seine Antwort ebenso schlicht aus „ Es geht nicht darum, ob es uns das wert ist. Ich glaube einfach nicht, dass es funktionieren kann.“

Jetzt war es raus, dachte sie, als sich ihr Herz schmerzhaft zusammenzog. Sie hatte auf eine andere Antwort gehofft. Denn im Grunde stimmte das, was er sagte nicht. Es hatte sehr wohl etwas damit zu tun, ob es ihnen die Sache wert war. Ganz besonders damit, ob sie ihm genug bedeutete. Sie war sich sicher, dass es immer einen Weg gab, wenn man nur genug wollte. Und nun zeigte sich, dass er nicht bereit war, die Strapazen auf sich zu nehmen, es war ihm nicht genug wert, was sie hatten.

Sie hätte gerne versucht ihn zu überzeugen, gebettelt oder gefleht, geweint, geschrien, doch sie kannte ihn. Sie wusste, dass er sich längst entschieden hatte und es keine Rolle mehr spielte, was sie sagte. Es würde an seinem Entschluss nichts ändern.

Ganz langsam sickerte die Erkenntnis bis tief in sie hinein und eine Welle von Schmerz und Sehnsucht überrollte sie. Sie hatte so sehr gehofft, dass sie es zumindest versuchen würden. Ihr war doch selbst klar gewesen, dass es nicht leicht werden würde, dafür war sie realistisch genug. Aber er hatte ihr genug bedeutet um es zu versuchen, es wäre ihr die Mühen wert gewesen, es zumindest zu probieren. Die Erkenntnis, dass er die Sache anders beurteilte schmerzte sie umso mehr.

Sie dachte an all die Gespräche, die sie geführt hatten, bevor sie die Stadt verlassen hatte.  Es war  von Anfang an klar gewesen, dass sie gehen musste. Und sie hatten gemeinsam beschlossen, dass es einen Weg geben würde. Diese Hoffnung, die er ihr gab, war es gewesen, die ihr den Mut gegeben hatte sich darauf einzulassen. Nun waren erst drei Wochen vergangen und er warf alles weg.

Zwischen die Trauer schob sich jetzt auch Wut, sie fühlte sich betrogen. Sie hätte sich niemals auf ihn eingelassen, wenn sie gewusst hätte, wie schnell er aufgab. Dabei hatte er genau gewusst, wie schwer es ihr fiel sich auf jemanden einzulassen und nun war sie wieder enttäuscht war.

Sie hatte nicht die Kraft gehabt zu antworten, hatte einfach stumm dagesessen während stumme Tränen über ihre Wangen liefen. Sie hatte sich nicht anmerken lassen, wie sehr er sie verletzt hatte. Wie sehr er ihr jetzt schon fehlte.

Doch sie war zu stolz, um es ihm mitzuteilen. Sie stand wortlos auf, kein Wort des Abschieds, der Hoffnung, irgendetwas, dass es leichter gemacht hätte.

Sie wusste „Ich glaube nicht, dass es funktionieren kann“ würden für immer die letzten Worte sein, die sie von ihm gehört hatte. Sie wandte sich ab und als sie sich sicher fühlte ließ sie einfach nur ihrem Schmerz freien  lauf und antwortete in die Stille: „ Ich hatte unrecht, die einzige Frage war, ob ich  es dir wert bin“.

23.8.15 14:13
 
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