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Wege

Es würde einen Ausweg geben, den gab es immer. Jeder sammelte in seinem Leben die gleichen Erfahrungen und jeder fand irgendwann einen Weg für sich, das wusste sie.

Für sie war immer das Vergessen schwierig gewesen. Zu vergessen wie seine Haut schmeckte, wie es sich anfühlte, durch sein Haar zu streichen oder das Geräusch, das er machte, wenn man ihn am Arm kitzelte.

Das war das wirklich schwierige daran. Erinnerungen an Situationen und Gespräche konnte sie gut in ihrem Inneren verschließen. Doch die Gerüche und Gefühle waren in sie hinein gebrannt.

Es fühlte sich an, als hätten sich seine Fingerspuren in die Haut gefressen, der Duft sich in ihrer Nase festgesetzt.

Sie kannte das, es war ihr immer so ergangen und ihre Strategie war es gewesen neue Fingerspuren, neue Düfte, Töne und Geschmäcker über die alten zu legen, bis diese sich vermischten und schließlich verschwanden.

Es war widerlich und manchmal schämte sie sich dafür. Sie hatte inzwischen so viele Männer gebraucht um andere vergessen zu können. 

Das war also ihr Weg, ihr Ausweg, dachte sie, als sie sich auf die Suche begab. Sie musste jemanden finden, der die quälenden Spuren verschwinden lies, bevor die Ränder unter ihren Augen noch tiefer und die Wangen noch eingefallener wurden. 

Meistens war es kein Problem gewesen jemanden zu finden, es fand sich immer jemand, der bereit war sie zu benutzen. Und auch heute hatte sie es geschafft.

Doch der Abend war nicht verlaufen, wie sie sich das vorgestellt hatte. Irgendetwas in ihr hatte sie daran gehindert. Sie hatte gespürt, dass es nicht viel gebraucht hätte, um ihn davon zu überzeugen, ihr Vergessen zu schenken.

Beinah wäre es soweit gekommen, nah gekommen waren sie sich schnell. Aber etwas hielt sie an diesem Abend auf. Sie konnte es nicht über sich bringen. Sie hatte kein Kraft dafür, die zarten Fingerspitzen zu vergessen, das süße Gefühl seines Atems auf ihrer Haut. Wollte nicht vergessen, was sie in seinen Augen gesehen hatte. 

Die Wärme dieses Mannes hatte sich so falsch angefühlt und statt zu vergessen und zu überdecken, war in ihr nur noch mehr Sehnsucht gewachsen. Am liebsten hätte sie in das T-Shirt des Mannes geweint, so sehr hatte er ihr gefehlt. 

Also war sie irgendwann in ihren Wagen gestiegen, hatte stumme Tränen geweint und eingesehen, dass ihre Strategie an ihm zu scheitern drohte.

Es war an der Zeit neue Auswege zu finden, Wege von denen sie nicht wusste, ob es sie gab. Von denen sie nicht wusste, ob sie helfen würden, von denen sie nicht wusste, wo sie suchen sollte, während ihr Herz nur noch schwerer wurde.

2.6.16 21:17
 
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